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Weiteres aus der Vereinschronik:

Dramatisches 180 km Radrennen "Rund um Schweinfurt"

So wird dieses Straßenrennen "Rund um Schweinfurt" über 180 km als besonders schwer und dramatisch bezeichnet, dass mit Fahrern der A-und B- Klasse besetzt war.

Das 50 Mann starke B-Klassenfeld mit 10 Minuten Vorgabe lag 70 km an der Spitze, bis es von den 9 A-Klassenvertretern eingeholt werden konnte. Plettner siegte vor Beetz, Düring, Merz gefolgt von dem späteren erfolgreichen Sieger der "Schweizer Rundfahrt" Lubber Geyer und dem unverwüstlichen Lon Pfister.

Der Verein verfügte damals in dem Fahrer Karl Pfeuffer über ein Unikum, dessen Worte stets waren: "Ich bin der Stehermeister von Berlin". Bei diesem Rennen lag "Lewanow", wie er scherzhaft genannt wurde, überraschend in der Spitzengruppe (sonst war er nämlich selten unter den "Ersten" zu finden!), bis er in Ettleben den wahnwitzigen Versuch unternahm, in voller Fahrt ein Eckhaus zu rammen. Das Haus hielt, nicht aber mehr bewegte sich die Rennmaschine 'Lewanows". So war er also auch diesmal gezwungen, dem Siegerlorbeer nachzutrauern.

Eine weitere nette Begebenheit wird oftmals in den Kreisen der "92er" beim Austausch alter Erinnerungen gerne zum Besten gegeben: Es war das gleiche Rennen, das die "Episode Lewanow" zeitigte; da führt Benno Helbig mit drei Minuten Vorsprung, bis ihm die Durchfahrt in Maibach das Verhängnis brachte.

Der gute und (ganz nebenbei bemerkt) meist sehr bierdurstige Benno träumte schon von kommenden Siegerehren, als ihm ein Schweinfurter Schlachtenbummler zurief, er solle absteigen und erst eine "Maß" trinken. Tatsächlich stieg der Aufgeforderte ab und genehmigte sich die erquickende "Maß", hatte aber alsbald das Vergnügen, zu sehen, wie seine Verfolger vorübersausten. Es sei dahingestellt, ob er es unter der Wirkung des Alkohols oder aus verärgerjung über den entgangenen Sieg tat, jedenfalls schrie er seinen Konkurrenten unter dem Heiterkeitsausbruch der Umstehenden im echten "Schweinfurterisch" nach: "Oh ihr Narrn, fahrt net so schnell".


Innerhalb weniger Wochen brachte es Schonder fertig, die Nürnberger Rennfahrer Reinhold Wendel, Hans Heller und Fritz Schellhorn sowie Karl Brunner von Georgensgmünd nach Schweinfurt zu bringen und so mit Ludwig Seufert und Christian Schmidt eine Mannschaft zu bilden, die sich sehen lassen konnte.

Reinhold Wendel - ein Vorbild der Jugend

Der Kapitän dieser Mannschaft hieß: Reinhold Wendel, ein Sportsmann im wahrsten Sinne des Wortes. Den Radsport, mit dem er sich so eng verwachsen fühlte nahm er sehr ernst und aus diesem Grunde kamen auch seine Erfolge wie reife Früchte.

Souverän schüttelte Wendel seine Gegner 1934 bei der Fernfahrt Nürnberg-München-Nürnberg über 400 km nach und nach ab. Mit 13 Minuten Vorsprung kam er am Ziel an. Wenige Wochen später gewann Wendel "Rund um Dittelbrunn".
Nach diesem Erfolg entschloss er sich, nach Schweinfurt überzusiedeln. Kaum hatte er seine zweite Heimat gesehen, wurde er schon Sieger der Fernfahrt "Rund um Spessart und Rhön" und zwar gewann er 1935 dieses Rennen (257,7 km in 7 Stunden 35 Minuten) bei strömenden Regen ganz überlegen.

Die Erfolgskette des sympathischen Sportsmanns, der weit und breit seiner echten Kameradschaft und sauberen Sportlichkeit geachtet wurde, riss nicht ab. Zu seinen größten Erfolgen zählen, um nur zwei von den vielen zu nennen, "Großer Saarland Preis" und " Basel- Kleve." Aber nicht nur als Amateur stellte Reinhold Wendel sein Können unter Beweis, sondern auch später, als er Berufsfahrer wurde.

Die übersiedlung ins Profilager hinterließ eine schwer zuheilende Wunde und als wenig später auch Hans Heller die Rollen tauschte, war das Mannschaftsgerippe der "92er" zerstört und der Traum einer Deutschen Meisterschafts-Revanche beendet. Doch eines wollen wir in unserer Chronik festhalten: Reinhold Wendel, der der Jugend stets ein Vorbild war und den "92ern" zu Aufstieg, Ruhm und Ehre verhalf, bleibt uns in Erinnerung. Er ist im zweiten Weltkrieg für unser Vaterland gefallen.

Zurückgreifend auf die stolze und erfolgreiche Vergangenheit der "92er" darf nicht vergessen bleiben, neben der Meisterschaft des Jahres 1934 die endgültige Gewinnung des wertvollen Willy-Sachs-Wanderpreis sowie das "Goldene Rad von Wangen". Um den Nachwuchs der Rennfahrer nach dem Verlust von den voraus erwähnten großen, erfolgreichen Könnern wie Wendel, Heller, Schellhorn und Brunner war es bei den "92er" vorerst beschieden, es musste der Wiederaufbau von Neuem beginnen.

Es war für die Vereinsleitung, denn außer den großen Könnern schmerzte die Betreuung der Jugend. Die noch verfügbaren Nachwuchskräfte mussten einspringen, denn das Häuflein der noch vorhandenen Rennfahrer schmolz auf ein Minimum zusammen. Auch der zweite Weltkrieg hat bedauerlicherweise große Lücken gerissen, viele sind gefallen.

Bei einem Ehrenabend am 15.04.1934 wurden Georg Kemmeter, Josef Eck und Adam Lutz zu Ehrenmitgliedern ernannt.


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